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17 Dezember



01.12.2017   Mein Auto hat jetzt Winterreifen. Meinen Bauernhof habe ich auch winterfertig gemacht. Die Pumpe im Brunnen ist geleert. Alle Blumenkästen sind in der Scheune und 12 Kilometer Fahrrad gefahren bin ich auch noch.



02.12.2017  
Heute ist zwar wieder Vollmond, aber das ist die Sonne. Versteckt hinter Schneegriesel.

Auf dem Tisch bei den Windrädern hat mir jemand eine Botschaft hinterlassen. Eine heimliche Verehrerin.? Jeder hier in der Gegend weiß ja, dass ich jeden Morgen hierherfahre.

Bei einem schönen Abendessen im Leonhardt am Stuttgarter Platz schaue ich nach dem Klick-Kino, das wirder neu eröffnet worden ist. Dort hat der damalige Besitzer Michael Weinert die erste Retrospektive meiner Filme in Berlin gemacht. "BESCHREIBUNG EINER INSEL" lief dort 10 Wochen und auch später wurden dort meine Filme gezeigt. Dort habe ich auch Jochen Brunow und Irene Schlebes kennen gelernt. Sie haben sich damals heftig geküsst. Morgen bin ich zu ihrer Adventsfeier eingeladen.

Das neue Klick von innen.

Als wir aus dem Restaurant rauskamen schien der Vollmond. Ich habe auch Bilder vom Mond alleine gemacht, aber mir erschien das Bild mit dem Ast im Vordergrund wichtiger.
03.12.2017   Heute war für mich ein langweiliger Tag. Um mir die Zeit zu vertreiben habe ich nach dem Mittagessen beim Wiener, die Idee gehabt, dass ich auf meinem uralten iPhone 4S WhatsApp installiern könnte. Ich hatte das schon mal, als Joya nach USA, Mexiko und Kuba vor zwei Jahren gereist ist. Aud dem iPhone habe ich das hingekriegt. Aber ich wollte mein Nachrichten auch von meinem Laptop schreiben können. Denn meine Finger sind zu groß für die kleinen Buchstaben im iPhone und ich gebe da immer wieder die falschen Buchstaben ein. Per Telefon mit Joya habe ich das auch noch hingekriegt. Man muss die Aufforderung einen QR-Code zu scannen aus der App im iPhone machen und nicht von einer ScanApp im iPhone.



Jochen Brunow und Irene Schlebes, die beiden Gastgeber.

Hsns helmut Prinzler, Norbert Grob und Karlheinz Oplustil. Heute erzähle ich allen von WhatsApp. Ich habe auch zwei Fotos mit Blitzlicht, aber die waren nicht vorteilhaft.
04.12.2017   In der Süddeutschen Zeitung steht ein ausführlicher Nachruf (LINK) auf Ulli Lommel, der in "Detektive" zusammen mit Marquard Bohm die männliche Hauptrolle gespielt hat.

Der Film meiner Tochter Joya läuft laut kino.de eine ganze Woche um 18 Uhr im Klick-Kino.

Endlich sitze ich wieder auf meinem Fahrrad. Je nachdem, in welche Richtung ich schaue ist der Himmel relativ blau oder eher dunkelgrau. Jedenfalls bläst mir der Wind mein Gehirn frei.
Meine Tochter Joya informiert mich, dass die Angabe auf kino.de falsch ist. "Königin von Niendorf" läuft als Preview nur einmal am Samstag, den 9. Dezember um 18 Uhr im Klick-Kino und da wird sie auch selbst für ein Publikumsgespräch dabei sein.

05.12.2017  
Damit sich meine Seele an diesem absolut scheußlichen Tag erhellt, habe ich mir diesen Blumenstrauß gekauft. Da ich zum ersten Mal seit Jahren keinen Adventskranz habe, muss dieser aus Metall als Ersatz dienen.

Am Nachmittag ruft mich Katharina Kummer an. Sie inszeniert am Theater in Augsburg ein Stück über meinen Film "ROTE SONNE". Sie schlägt vor, dass wir miteinander Skypen. Leider funktioniert mein Skype-Programm nicht. Ich muss mir erst eine neue Version downloaden.

Wir sprechen eine Stunde miteinander. Sie stellt mir viele Fragen. Manchmal auch ziemlich private. Es gefällt mir sehr, mit ihr zu sprechen. Eigentlich wollte sie mich, nachdem sie den Film von Serpil Turhan auf 3SAT gesehen hat, auf dem Bauernhof besuchen. Es sieht nicht so aus, als würde sie das zeitlich schaffen, denn in ihrem Leben scheint vieles durcheinder zu gehen. Das Theaterstück, das im Frühjahr in Augsburg aufgeführt werden soll, wird von ihr gerade erst geschrieben. Ich kann nur hoffen, dass unser Skype-Gespräch sie inspiriert hat.

06.12.2017  
Heute ist Nikolaus. Mit eiserner Energie zwinge ich mich zum Radfahren, denn der Wind - wie man an den Gräsern bei den Windrädern sehen kann - weht extrem stark.

Danach schaue ich mir auf der DVD von "RAUCHZEICHEN" das Interview von Chrstiane Habich und Winfried Günther an, das diese vor 10 Jahren mit mir gemacht haben. Denn da bin ich gerade in meiner Autobiographie angekommen. Ich habe es seit dieser Zeit nicht mehr gesehen.
07.12.2017  


Bei eisigem Wind, aber strahlender Sonne schaffe ich heute auf meinem Fahrradcomputer 15.000 Kilometer.

Am Nachmittag bin ich mit Radhe für eine Videounterhaltung auf WhatsApp verabredet. Sie ist pünktlich. Es funktioniert auf meinem iPhone, aber nicht auf meinem Laptop. Sie schlägt mir vor, dass wir das auch über Google machen könnten. Ich muss dafür ein Programm bei Google runterladen, dass wir beide nach einer Weile irgendwie hinkriegen.

Wir sprechen fast eine Stunde miteinander und haben beide dabei so viel Spaß, dass wir verabreden, das öfter miteinander zu machen.

08.12.2017  
Vor kurzem war Vollmond. Jetzt ist weniger als die Hälfte noch da. Warum vergeht in meinem Alter die Zeit im Zeitraffer-Modus!

Immerhin macht das Radfahren heute Spaß. Morgensonne und fast kein Wind um diese Zeit.
09.12.2017  
Radfahren im Schnee ist beschwerlich, aber wunderschön, macht aber auch melancholisch.

Immerhin am Horizont ein Hoffnungsschimmer.
10.12.2017  
Der Schnee von gestern ist - auf dem Radweg - verschwunden.
11.12.2017   In Berlin bei meiner Zahnärztin erfahre ich, dass ein Zahn von mir gezogen werden muss, denn das Gewebe unm die Zahnwurzel sei entzündet. Wenn nich, könne dann auch die Wurzel des Nachbarzahns sich entzünden. Daraufhin nehme ich all meinen Mut zusammen und sage, gut also ziehen sie das Ding raus. Aber ich möchte, dass ihre Assistentin ein Foto der Aktion macht.

Jenny, die von mir engagierte Fotografin.



In diesem Augeblick ist der Zahn draußen.
Ich habe nach dem Zahnziehen auch noch etwas richtig Schönes erlebt. Ich fuhr mit meinem Auto von der Manfred-von Richthofenstraße auf den Bürgersteig in eine Nebenstraße und übersah dabei eine Polizeiauto und einen Polizisten, der auf der anderen Straßenseite in einem Häuschen war. Denn vor Butter Lindner gibt es nie reguläre Parkplätze. Und ich wollte mir nach dem Zahnziehen etwas Gutes tun. Nach meinem Einkauf, ging ich zum Auto und der Polizist kam auf mich zu und sagte: ich werde Sie anzeigen und dann müssen Sie das bezahlen. Warum haben Sie nicht mit mir geredet. Es ist wichtig, miteinander zu sprechen. Ich sage ihm, dass ich ihn nicht gesehen hatte. Dann hat er mich weiterfahren lassen. Ohne Anzeige. Ohne Strafzettel. Ich habe mich bedankt und gesagt, das ist ein wunderbares Weihnachtsgeschenk.
12.12.2017  
Es sieht nicht aus für das Fahrradfahren heute…


…und die Windvorhersage ist noch schlechter. Bis um 10 Uhr habe ich "Sleeping Beauties" von Stephen King zuende gelesen. Ich weiß nicht, was mühsamer war der Stephen King oder das Radfahren bei diesem Wind.
13.12.2017  
Die Nilgänse in der Morgensonne. Der Dorfteich ist am Rand schon leicht zugefroren.

Die Oleander- und Yuccapflanzen kommen in ihr Winterquartier. Hoffentlich hilft mir eins meiner Kinder im März beim Rausstellen in den Hof.
14.12.2017   Vor zwei Stunden bin ich bei leichtem Nieselregen und fünf Grad noch Fahrrad gefahren. Jetzt is die Temperatur auf Null Grad gefallen und es schneit dicke Flocken.



Als Film ist der Schneefall heute morgen sehr viel schöner.
15.12.2017  


Eis-Kunst bei den Windrädern.

Mein neuer Lesestoff, der erste Roman von Benedict Wells. Hoffentlich gefällt er mir genau so gut wie "Vom Ende der Einsamkeit".
Beim Autobiographieschreiben bin ich bei der Aufführung von "PINK" im Februar 2009 angekommen. Und deren Folgen in jeder Hinsicht, privat, beruflich und geschäftlich. Das Nachdenken darüber, was da alles passiert löst im Nachhinein bei mir eine Art Lebenskrise aus.

16.12.2017   Meine Lebenskrise von gestern hat sich beim Radfahren unter mausgrauem Himmel noch verstärkt. Auf dem Rückweg kam mir der Gedanke, ich könnte doch einfach wieder einmal ein neues Drehbuch schreiben. Dann wäre der Stress beim Autobiographie-Schreiben für eine längere Zeit vorbei. Außerdem fand ich, dass ich mein Glück nicht von anderen Menschen abhängig machen darf. Ich muss mich selbst glücklich machen.
Sofort fange ich damit an, Pläne zu machen. Wann sollte ich mit dem Schreiben anfangen? Im Januar oder im Februar? In welchem Raum? Sogar das Oleanderzimmer wäre eine Möglichkeit. Oder Joyas Zimmer, in dem ich "Überall Blumen" geschrieben habe. Dann lese ich die Drehbuchseiten von "DAS ROTE ZIMMER" und bin total erstaunt darüber, wie schnell ich die Geschichte gefunden habe.

Damit mir die Göttinnen und Götter des Drehbuchschreibens gewogen sind, mache ich zunächst einmal ein Feuer.
17.12.2017  
Draußen schneit es schon wieder. Außerdem zerbreche ich mir schon den Kopf, wie ich das Fahrradfahren und das Drehbuchschreiben zusammenkriegen kann.
18.12.2017  




Ich warte seit Mittag auf ein Weihnachts/Geburtstagsgeschenk über Amazon aus England. Ich schaue am Abend in meinen Briefkasten. Da steht es dann auf meinem Briefkasten. Es hat nicht geklingelt und ich habe auch kein Auto vorbeifahren gehört. Aber immerhin ist es jetzt da.

19.12.2017  
Für einen ganz kurzen Moment läßt sich die Sonne blicken. Danach wird sie wieder von Wolken verdeckt.
Und so bleibt es mit Schneegrisel und Regen bis zum Abend.
20.12.2017  
Mein Weihnachtskaktus beschenkt mich zum Abschied mit einer einzigen, dafür aber besonders schönen Blüte.

In Berlin im ehemaligen Ristorante Chamisso, das jetzt "Peter Schlehmil" heißt, esse ich heute eine Pizza. Vorher habe ich alle meine Weihnachtsgeschenke verpackt und mir wird etwas weihnachtlich zumute.
21.12.2017  
Heute Nacht in der ARD.
Heute von 10 bis 12 Uhr im Postproduktionstudio Abnahme der Digitalisierung von "TOGERSTREIFENBABY".







Ein merkwürdiges Gefühl, diesen Film nach langer Zeit auf einer großen Leinwand zu sehen. Vor allem deshalb, weil ich ein neues Drehbuch schreiben will.
Im "Tagesspiegel" habe ich gelesen, dass "DAS ROTE ZIMMER" heute Nacht nicht läuft. Ich habe jetzt nochmal nachgesehen, denn es gibt ja manchmal Programmänderungen.
Ich muss danach ohnhin aufstehen und zu meiner Zahnärztin fahren. Heute morgen habe ich für meine Verhältnisse ungewöhnlich lange geschlafen, nämlich bis 6 Uhr morgens.
22.12.2017  
Mein Film "DAS ROTE ZIMMER" bei mir in meinem roten Zimmer um 3:20 Uhr.
Seyneb Saleh sieben Jahre nach dem Drehen von "DAS ROTE ZIMMER":

Eine Blog-Leserin aus Köln schickt mir eine im "Kölner Stadtanzeiger" erschienene Kurzkritik zu "DAS ROTE ZIMMER":
"Es gibt nicht wenige Cinephile, die vor jedem neuen Film Rudolf Thomes ergriffen in die Knie gehen. Das liegt an seinem eigensinnigen, immer etwas künstlichen und doch einschmeichelnden Stil und auch an Handlungsideen wie dieser: Ein Wissenschaftler erforscht in langen Studienreihen, was beim Küssen mit den Küssenden geschieht, und wurde, da frisch geschieden, selbst schon etwas länger nicht mehr geküsst. Das ändert sich, als er zum Studienobjekt zweier Frauen wird. Derlei denkt sich sonst allenfalls Woody Allen aus, der seine romantischen Fantasien ähnlich unerschrocken auf den  Bildschirm bringt. In der richtigen Stimmung ist Thome übrigens ähnlich amüsant.
4 von 5 Punkten.

Michael Köhler"

Am für mich späten Nachmittag (15.45 Uhr) treffe ich mich mit Karlheinz Oplustil im Thai-Restaurant. Wir sprechen über meine Autobiographie und auch darüber, wie ich im Januar beim Schreiben eines neuen Drehbuchs vorgehen könnte
Er erzählt mir von dem für das im nächsten Jahr geplante Thome-Buch und wer einer der Autoren dabei ist.
Er hat für mich ein Geschenk mitgebracht. Ich will es nicht öffnen, sondern verpackt mit nach Marburg nehmen. Jetzt zuhause bin ich doch neugierig und öffne das Geschenkpapier. Es ist "Die Zweisamkeit der Einzelgänger" von Joachim Meyerhoff. Ich hatte es gestern gegoogelt und mir vorgenommen es zu kaufen und zu lesen. Karlheinz scheint meine Gedanken lesen zu können und hat es für mich gekauft.
Mein Wunsch für das neue Jahr: wir müssen uns in Zukunft öfter sehen.
23.12.2017   Ich werde morgen früh versuchen, meine iin jeder Hinsicht abenteuerliche Reise nach Marburg zu erzählen. Wenn man so will, eine Weihnachtsgeschichte.
24.12.2017   Sie beginnt, da der Zug auch in der 1. Klasse sehr voll ist, im Speisewagen. Da ist an einem großen Tisch, an dem eine junge Frau sitzt, alles frei. Ich frage, ob ich mich dahin setzen darf. Sie sagt ja. Ich bestelle mein Essen und den für mich inzwischen gewohnten ziemlich guten Rotwein. Sie sagt, dass sie im Speisewagen sitzt, weil es im Zug keine freien Plätze mehr gab. Ich biete ihr meinen Platz an, da ich ohnehin plane, im Speisewagen zu bleiben. Ich weiß nicht, irgendwann fangen wir an zu plaudern. Der Kellner bringt meinen Wein, und dann das Essen, das ich bestellt habe, das aber nicht besonders gut schmeckt.

Sie ist Vietnamesin, heißt Thuy Le, und als ich ihr sage, dass ich früher Filme gemacht habe, erzählt sie mir ihr ganzes Leben und dass sie eine Tochter hat, die Hong Nlui Le heißt und an der DFFB in Berlin studiert. Auf einem Tablet zeigt sie mir ein Foto ihrer Tochter, die Hong heißt.

Wir sind so intensiv in unser Gespräch vertieft, dass ich sie verlasse, ohne zu bezahlen. Auf meinem Platz findet mich der Kellner und ich bezahle meine Rechnung.
Auf dem Bahnhof in Kassel-Wilhelmshöhe spricht mich ein junger Mann aus Ruanda an. Ich erkläre ihm auf Englisch das, was ich über den Zug weiß. Und irgendwie entwickelt sich daraus ein langes Gespräch. Ich frage ihn, wo er genau herkommt und sage, dass ich dort noch nie war, aber dass meine Tochter in Malawi einmal Elefanten gefilmt hat.

Er erzählt mir, dass sein Land eine belgische Kolonie war und ganz früher eine deutsche Kolonie. Er heißt Ndoli Jules Daniel. Bevor der Zug in Marburg ankommt, umarmen wir uns zum Abschied.
Auf dem Bahnsteig erwarten mich alle meine Kinder.

Obwohl es schon fast dunkel ist, fahren wir alle nach Wallau, das Dorf in dem ich geboren bin.
Auf der Straße dahin, die sich früher am Flusslauf der Lahn orientiert hat, ist alles anders als früher. Eine Art Schnellstraße ist dort entstanden und hat die Landschaft aus meiner Erinnerung in zwei Teile geschnitten.

Gassenfeld 1. Das Haus, in dem ich geboren und bis zum Tod meiner Mutter 1954 aufgewachsen bin. Es war hell gestrichen und es gab keine dunklen Bäume, sondern stand, umgeben von einem Garten, neben einer Wiese.

Joya will unbedingt das Haus innen sehen. Sie klingelt und die jetzige Besitzerin, die das Haus vor ein paar Jahren bei einer Versteigerung gekauft hat, öffnet uns.

Die neue Inhaberin des Hauses. Nicolai als Tischler versteht etwas von Holz und sagt. dass dies das alte ursprüngliche Treppengeländer ist. Es ist so ziemlich das Einzige, was geblieben ist. Alles andere ist umgebaut worden. Ich habe Mühe, den früheren Zustand zu rekonstruieren.

In der Alten Straße hatten meine Eltern ein kleines Ladengeschäft: Buchhandlung, Schreibwaren, Zeitschriften und Spielzeuge für Kinder wurden dort verkauft. Der Laden war ein langer, schmaler Gang. Das heutige Geschäft ist etwa dreimal so groß.
   

Ich wünsche allen Moana-Bloglesern Frohe Weihnachten.


    Mit den Datumsangaben bin ich über Weihnachten ins Schleudern gekommen. Am 23. Dezember waren meine Kinder nach dem Ausflug nach Wallau noch mit mir alleine. Philipp und Joya hatten für Ina und Nicolai ein Fotobuch von der Hochzeit gemacht.

Am nächsten Tag am Heiligen Abend sehe ich endlich bei Tageslicht, in welcher Landschaft Nicolais und Inas Haus liegt.

Mit den ankommenden Eltern und Großeltern kommen immer mehr Geschenke unter den Baum.

Annas Weihnachtsritual, dass ich zehn Jahre lang nicht mehr miterlebt habe, erlebe ich heute unter einem neuen Vorzeichen. Zum ersten Mal höre ich ihr bei der Weihnachtsgeschichte richtig zu. Und sogar beim Weihnachtsliedersingen fange ich nach der Hälfte der Lieder an freiwillig mitzusingen. Davor habe ich allen Familienmitgliedern etwas zur Bedeutung des goldenen Rings am Ringfinger meiner linken Hand gesagt und sie indirekt gefragt, ob sie ihn überhaupt bemerkt haben. Sie haben.
Das Geschenkeauspacken dauert danach gut zwei Stunden. Gefühlt doppelt so lange. Dann endlich gibt es etwas zu essen.

Ich bin hungrig und inzwischen todmüde, aber innerlich und äußerlich beglückt. Nicolai fährt mich zurück in mein Hotel.

Am nächsten Tag holt mich Joya vom Hotel ab.
Ich telefoniere mit meinem Bruder und erzähle ihm von meinem Besuch in Wallau. Außerdem per WhatsApp Videochat mit Radhe in Florida.

Am Nachmittag lädt uns alle Annas Vater im Restaurant des Anglervereins zu einem Gansessen ein. Es war die beste Weihnachtsgans, die ich in meinem Leben bisher gegessen habe.




Von der Terrasse des Anglerheims sieht man die Lahn.
Nach dem Essen spielen wir alle zwei Stunden das Spiel "Activity". Zu meiner Überraschung hat mir das Spaß gemacht.

Ich versuche pantomimisch das Wort "Kaffesatz" darzustellen. Anna, die mit mir ein Rateteam bildet, errät est. Beim Wort "Flügelschlag", das sie für mich darstellen soll, habe ich allerdings erhebliche Schwierigkeiten. Wir sind ein gutes Team an diesem Abend und gewinnen das Spiel.
26.12.2017   Was tun am 2. Weihnachtsfeiertag, wenn es draußen regnet?



Opa und Nicolai reparieren eine Waschmaschine ,weil sie kurz vorher kaputtgegangen ist und zwei Handwerksmeister in der Lage sein müssen, alles zu reparieren und weil die Hausherrin dringend Wäsche waschen will.

Wir haben heute wieder "Activity" gespielt. Für Blogleser, die das Spiel nicht kennen, gibt es auf Wikipedia eine Erklärung (LINK) des Spiels.
Philipp hat den Vorschlag gemacht, bei der nächsten Gelegenheit, es einmal nur mit Anna und mir pantomimisch zu machen. Offensichtlich hat ihm und den anderen unsere darstellerische Leistung und das Erraten des Worts durch den anderen ganz besonders gefallen. Einfach war es jedesmal für mich nicht.
Ina hat ein Spiel von gestern ("Flügelschlag") mit ihrem iPhone gefilmt. Beim gemeinsamen Anschauen mit Anna und mir, hatten wir beide Tränen in den Augen. Das wiederum hat Nicolai mit seinem Fotoapparat gefilmt, aber das haben wir noch nicht gesehen.
Meine durch das Spielen beinflusste "Dispo" für morgen: Um 9:40 Uhr holen mich Joya und Philipp im Hotel ab. Um 10 Uhr feiern wir alle Annas Geburtstag… Um 11:30 Uhr kaufen Nicolai und ich einen neuen, modernen Reisekoffer. Am Nachmittag kommen die Eltern von Philipp zu Annas Geburtstag mit Kaffee und Kuchen.
Heute Abend nehme ich, bevor ich ins Bett gehe, zuerst einmal eine Dusche. Normalerweise bin ich dazu zu müde. Heute mache ich eine Ausnahme, denn vieles in meinem Leben ist anders als bisher. Der nähere Hintergrund dazu ist privat.
Sollte ein Blogleser auf die Idee kommen, jetzt auch mit mir "Activity" zu spielen, würde ich nicht mitmachen.
Wartet einfach, bis ich im Januar ein neues Drehbuch schreibe. Ich könnte mir immerhin vorstellen, dass das Spiel darin vorkommt?
27.12.2017  
Eine Zwischenmahlzeit mit Restem vom Heiligen Abend.

Zum Kaffee am Nachmittag kommen die Eltern von Philipp…

…und dürfen mit uns Rätsel raten. Nicolai liest das in einer unendlich blumigen Sprache geschriebene Rätsel mehrmals geduldig vor. Das erste Rätsel endete beim Wort "Passau". Für die Lösung haben wir gemeinsam eine gute halbe Stunde gebraucht. Das zweite Rätsel, das zu lösen wir schon aufgegeben hatten, endete beim zweiten Versuch beim Wort "Schriftzug" und die Lösung hat genau so lange gedauert. Ich hatte Kopfschmerzen und Bauchschmerzen.
Danach sind Philipps Eltern wieder nach Hause gefahren und wir haben Raclette gegessen. Bis das Essen vorbereitet war, habe Anna und Philipp erzählt, wie ich mir das Schreiben eines neuen Drehbuchs vorstelle. Was immer wieder kritisch kommentiert wurde.

Ich habe zum letzten Mal wahrscheinlich vor 15 Jahren Raclette gegessen und habe nur noch etwas vage Erinnerungen daran. Am Ende des Geburtstags habe ich mich von allen verabschiedet. Joya hat mich ins Hotel gefahren . Nicolai bringt mich um 9.45 Uhr mit dem neuen Koffer zum Zug. Livia Theuer hat mir gerade gemailt, dass sie im Regionalexpress stehend von Lippstadt nach Kassel gefahren ist und hofft, dass es mir morgen besser geht.
28.12.2017  
Mein neuer Koffer ist gepackt. Ich finde mit all den Geschenken ist er genau so schwer wie der alte. Für eine kurze Zeit war ich in Panik, denn obwohl der für mich richtige Code eingestellt war, bekam ich ihn nicht auf. Im Internet habe ich die Bedienungsanleitung aufgerufen. Dann ging es und es war ganz einfach. Der größte Vorteil beim neuen Koffer ist, ich kann ihn in jeder Richtung rollen.
Nicolai bringt mich zum Marburger Bahnhof, und sorgt dafür, dass ich das Abteil für die 1. Klasse finde. Dort ist es überhaupt nicht voll.

Beim Fahren durch Wabern muss ich auch jetzt wieder an das Drama dort bei Nicolais Hochzeit denken. Der Bahnhof ist noch immer eine Baustelle. Wahrscheinlich fahre ich heute mit dem Zug, mit dem ich damals hätte fahren sollen.

Als ich mit dem Zug in Kassel ankam, habe ich Livia Theuer, die zu sehen ich mich gefreut hatte, nicht gesehen. ich kenne mich in Kassel-Wilhelmshöhe inzwischen aus. Sogar besser als in Berlin-Südkreuz.
Da wo ich in den ICE, eine Etage tiefer, einsteigen muss, haben wir uns gefunden. Sie hat mich an meinem roten Schal erkannt. Wir haben uns beide über unsere Begegnung sehr gefreut. Wir haben zusammen beim Drebuchschreiben gearbeitet und jetzt ist sie eine meiner Autobiographieleserinnen.
In Berlin erlebe ich einen Rückschlag. Ich habe um 15 Uhr bei iDoc angerufen, um den Akku für mein iPhone 4s auszutauschen. Der Mitarbeiter von iDoc sagte mir am Telefon, dass nur noch ein Exemplar des Akkus da ist, weil der nicht mehr so oft nachgefragt werde. Zwanzig Minuten später war ich ich im Büro von iDoc, das bei mir um die Ecke liegt. Dort erklärte mir derselbe Mitarbeiter, dass der Akku inzwischen verkauft ist. Wütend habe ich den Laden verlassen. Jetzt muss ich leider mit meinem alten Akku weiterleben, denn ich will um keinen Preis ein neues iPhone kaufen. Philipp, der ein iPhone5 hat, hat Erfahrung mit dem Austausch von bei Amazon gekauften Akkus. Ich hoffe, dass er mir irgendwann einmal helfen kann. Livia Theuer schickt mir am Abend ein Bild von meinem Einsteigen in den ICE in Kassel.

Am Abend belade ich meine Waschmaschine mit all der Wäsche, die bei der Reise angefallen ist. Gott sei dank funktioniert sie. Mir wird dabei zum ersten Mal bewusst, dass ich zwei Haushalte führe. Was ganz schön anstrengend ist. Bisher ist mir das nicht aufgefallen. Meine nächste Reise ist Anfang März zu einem Kino in Leipzig. Dafür brauche ich jedenfalls nicht den neuen großen Koffer.
29.12.2017  
Auf der Fahrt zum Bauernhof trinke ich auf der Autobahnraststätte wie gewohnt einen Capuccino. In meinem Kopf spielt sich dabei ein Wunder ab. Mir fällt sofort eine Geschichte für das neue Drehbuch ein und mögliche Details. Es fühlt sich für mich so an, als sei ich mit meinem Auto in einem srundenlangen Stau gestanden und habe jetzt endlich wieder freie Fahrt.

Beim Radfahren kommt aus dem wolkenverhangenen Himmel ein Lichtstrahl.
30.12.2017  
Meine litarischen Weihnachtsgeschenke. Außerdem erscheint am 22. Januar ein neuer Roman von Haruki Murakami (LINK).

Während ich Fahrradfahre kopiert mein Laptop die DCP's von "PINK" und "INS BLAUE" auf eine fünf Terabyte große externe Festplatte. Als ich zurückkomme ist er noch immer nicht damit fertig. Für alle meine Filme werde ich eine noch größere Festplatte brauchen.


31.12.2017  
Beim Fahrradfahren fange ich schon mal an, einen Titel zu suchen, der mich weiterbringt: "Feldblick" sticht mir ins Auge.

Der erste Schritt zum Drehbuchschreiben. Die Auswahl des Schreibhefts. Das werde ich allerdings erst morgen in der Frühe machen.

Ich wünsche allen Moana-Bloglesern ein wunderbares Neues Jahr.

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