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04 Juli

1.07.2004   In der Münchner Abendzeitung war heute ein Interview mit Hannelore Elsner, denn "FRAU FÄHRT, MANN SCHLÄFT" wird dort am Samstag (14.30 MaxX 4) zum drittenmal gezeigt.

3.07.2004   Am Sonntagabend (nach dem EM-Finale?) soll es um 22.35 Uhr eine Sendung auf 3SAT geben mit Teilen aus einem Interview mit Hannelore Elsner und Rudolf Thome zu "FRAU FÄHRT, MANN SCHLÄFT".

Und in der "Süddeutschen Zeitung" von heute ist auch ein Interview:

Die Treue zum Kino
Rudolf Thome und Hannelore Elsner reden über Mann und Frau

Elegant sind die zwei platziert, unter Sonnenschirmen, daneben diskret eine Hollywoodschaukel, ganz im Stil der klassischen "Künstler mit Muse"-Bilder…Die Künstler lassen sich, so Federico Garcia Lorca, je nach Inspirationsquelle unterscheiden. Werden sie vom Engel, von der Muse oder vom Dämon (im Goetheschen Sinn) beflügelt? Buñuel war Dämon-Künstler, Truffaut jagte Musen hinterher, Bresson rang mit dem Engel. Rudolf Thome ist Musenkünstler reinster Prägung. Seit den Anfängen, als er der Münchner Schule und dem Neuen Deutschen Kino zugezählt wurde, sind es faszinierende Frauenfiguren, die seinem Kino Kontur geben: Frauen, die für die vehementeste Anregung und Verdichtung von Erzählenergien sorgen. Musen eben. Zur Zeit steht Hannelore Elsner im Zentrum seiner Filme: Hauptdarstellerin von "Rot und Blau" (2003) und "Frau fährt, Mann schläft", zentral auch im nächsten Thome-Projekt.

Während der geplagte Filmemacher von Finanzierungsschwierigkeiten berichtet, von seiner schweren, gerade erst überstandenen Krankheit - "Es war ganz genauso schlimm wie Paul Auster es in 'Nacht des Orakels' beschreibt" - wird Hannelore Elsner für eines dieser Und-was-ist-Ihre-Lieblingsfarbe-Interviews an den Nebentisch geholt. Als sie nach wenigen Minuten zurück kommt, ist das Gespräch beim unvermeidlichen Thema gelandet: Thome, der Frauenregisseur. Sind seine Männer nicht immer - ähnlich wie bei Rohmer - wankelmütig, tölpelhaft, untreu, Dilettanten der Liebe, während sich die Frauen jeder kostbaren Empfindung würdig erweisen? Thome will dem nicht so einfach zustimmen: "Zum Beispiel die Männerfiguren, die Hanns Zischler bei mir spielt, sind nie tölpelhaft. Und auch der Mann in 'Frau fährt, Mann schläft' ist würdevoll und stark. Widerspruch: "Aber er ist doch der Untreue, während die Frau sagen kann: Ich war dir immer treu!" Thome: "Was gar nicht stimmt." An dieser Stelle kommt von Hannelore Elsner ein verblüfftes "Wieso?!" und es entspinnt sich ein kleiner Dialog, der beweist, dass Musen ein Werk besser durchschauern können als der Künstler, der es geschaffen hat: "Ich neige schon dazu, zu sagen: ein Mann, der fremd geht, ist ein Schwächling! "Aber er beschützt doch auch die Frauen, kümmert sich, ist den Kindern ein guter, verlässlicher Vater." "Trotzdem - ein Mann, der solch souveräne Frauen betrügt und verlässt, der ist natürlich ein Arschloch!" "Also gut, wenn der Film das so zeigt, dann ist das so. Weil ich auf der Seite der Frauen bin."
("Frau fährt, Mann schläft" Maxx4, Samstag 14.30 Uhr) RAINER GANSERA

6.07.2004   Die 3SAT-Sendung vom Sonntag ist zu schön, um sie den Lesern dieser Website vorzuenthalten. Hier ein Link. (Es ist ein 4,9 MB großer Quicktime-Film)
Für Leute mit langsamer Internetverbindung noch ein Hinweis:
PC-User: Rechte Maustaste + "Link speichern unter..."
MAC-User: CTRL + "Link speichern unter..."

7.07.2004   Heute ist Siebenschläfer. So wie das Wetter heute ist, soll's in den kommenden sieben Wochen werden. Schön wär's. Die Termine für die ARD-Retrospektive stehen fest (LINK). Derjenige, der alle Filme sehen will, braucht dringend einen neuen Videorecorder, da die Filme alle zu nachtschlafener Zeit ausgestrahlt werden. Der 50., der sich per email bei mir meldet, kriegt rechtzeitig von MOANA einen geschenkt (Einsendeschluss. 15. Oktober 2004).
8.07.2004   Mache zum erstenmal seit dem Drehbuchschreiben wieder ein Feuer (um die Götter der Film-Finanzierung wohl zu stimmen).

10.07.2004   The dark side of filmmaking: Ich quäle mich seit zwei Tagen durch die Moana-Buchhaltung. Ein absoluter Alptraum. Aber ich beiße mich durch.
13.07.2004   Okay eineinhalb Jahre Moana-Buchhaltung sind geschafft. Jetzt muss ich wohl oder übel warten. WARTEN, WARTEN: das ist etwas, was ich überhaupt nicht kann. Den drei Baby-Schwalben auf dem Bild unten geht es besser. Papa und Mama kommen sozusagen im Minutentakt.

16.07.2004   Zwei Festivaleinladungen für "FRAU FÄHRT, MANN SCHLÄFT" sind gekommen. Pyongyang-Festival (Nordkorea) und Valladolid (Spanien).
18.07.2004   Endlich ist das Wetter so, wie es um diese Jahreszeit sein sollte. Gestern war Neumond. Habe deshalb alle Rosen und die Glyzinien geschnitten und mit dem Geschnittenen heute Rauchzeichen (für die Götter der Filmfinanzierung) gemacht. So sah's aus.

19.07.2004   Habe heute die Asche von meiner Feuerstelle weggeräumt. Da war die Asche von einem Monat Drehbuchschreiben und drei Wochen Warten auf die Finanzierung. Es war ziemlich schwierig, weil darin gut 500 Nägel waren. Das war richtige Handarbeit. Jetzt ist die Feuerstelle wieder wie neu und wartet auf weitere Drehbuchschreib-Orgien im nächsten Jahr. Vorher hatte ich Wäsche gewaschen, und diese verflixten Schwalbenbabys haben draufgekackt. Aber Scheiße soll ja Glück bringen. Wenn ich irgendeine Tür auflasse, fliegen diese Viecher auch sofort rein, um sich umzuschauen und kacken überall hin. Auch auf meinen Computer! Draußen wächst alles, jetzt wo es endlich richtig warm ist, wie verrückt. Die Frühäpfel sind über Nacht reif geworden.

Übrigens - fast hätte ich es vergessen - die Finanzierung von "DU HAST GESAGT; DASS DU MICH LIEBST" ist OK. Ich werde nächstes Jahr mal wieder zwei Filme drehen. Den Drehbeginn kann ich noch nicht sagen, da die Drehtermine mit Hannelore Elsner abgestimmt werden müssen. Sie wird in beiden Filmen die Hauptrolle spielen. Sie hat das neue Drehbuch schon in München beim Münchner Filmfest gelesen und hat ja gesagt. Ich freue mich total!
21.07.2004   Radhe Schiff - die "Sonnengöttin"- kommt im August nach Berlin.Und endlich ab Donnerstag läuft auch in Stuttgart "ROT UND BLAU" im Delphi-Kino.
23.07.2004   Der Drehbeginn von "DU HAST GESAGT, DASS DU MICH LIEBST" wird in Absprache mit Hannelore Elsner (die diesmal in jeder Szene zu sehen ist) auf den 7. Januar 2005 festgelegt. Der Winterdreh dauert 3 Wochen und muss am 31. Januar fertig sein. Es wäre traumhaft, wenn es im nächsten Januar in Berlin schneien würde (sowas hat's ja schon mal gegeben), denn es gibt viele Spaziergänge in diesem Film. Der Frühlingsdreh (ca. 8 Drehtage) wird ab Mitte April stattfinden, aber da müssen wir uns auch ein bisschen nach dem Berliner Frühling richten.
Ab 24. Mai drehen wir dann "RAUCHZEICHEN" auf Sardinien. Beide Filme sollten Ende August fertig sein. Die Teampremiere wäre dann etwa Mitte September.
24.07.2004   Die "Stuttgarter Zeitung" schreibt am 22. Juli zu "Rot und Blau":

„Rot und Blau“ ist klassisches Kino im Sinne von Jord Ford. Rudolf Thomes Erzählstil stellt mit größter Selbstverständlichkeit abenteuerliche Behauptungen auf. Seine sorgfältige, unprätentiöse Bildsprache und Wolfgang Böhmers zarter Jazz nehmen für seine lässige und auch augenzwinkernde Kunst ein, ja sie verzaubern die Zuschauer. Man darf es sich bei "Rot und Blau" im Kino also bequem machen.
In Frida Grafes Textsammlung zur »Nouvelle Vague« findet sich ein Satz, der
auf den magischen Realismus der wunderbar altmodischen Filme Thomes vorzüglich
passt: „Das Fiktive, das wie von selbst sich aus der Realität erhebt, wenn
Wünsche ausgestattet mit allen Anzeichen der Wirklichkeit, sich materialisieren,
das ist Erfindung, wie sie dem Kino ansteht.“

29.07.2004   Ein schwerer Tag! Ich muß hier auf dem Bauernhof meine Zelte abbrechen und wieder zurückkehren nach Berlin. Ich war jetzt drei Monate hier, hab mich von meiner Krankheit erholt und ein neues Drehbuch geschrieben und kann diesen Film auch sofort im nächsten Jahr drehen. Eigentlich müßte ich vor Glück schreien und herumhüpfen, aber ich muß jetzt alles Wichtige einpacken und das Einpacken macht mich krank. Ich weiß gar nicht mehr, wie ich in Berlin überleben kann. Vor ein paar Tagen hat mich Hannelore Elsner besucht und wir haben zusammen "DU HAST GESAGT, DASS DU MICH LIEBST" bearbeitet. Das war schön, aber es sind noch viele Fragen offen.

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